Taxbox oder Claude für die Steuerberatung?
Claude schreibt sorgfältig und lang. Eine Kanzlei braucht etwas anderes: kurz, belegt, zum Stichtag, mit Rechenweg und Freigabe.
Im Haus statt in der Cloud
Taxbox läuft auf einem Rechner in Ihrer Kanzlei. Claude verarbeitet Eingaben in der Cloud von Anthropic.Stichtag statt Trainingsstand
Eine Frage zu 2020 zitiert bei Taxbox die 2020 geltende Fassung. Zitate außerhalb des Stichtags meldet der Prüfbericht als Fehler.Rechenweg statt Schätzung
Beträge kommen aus geprüften, jahresversionierten Kalkulatoren mit Rechtsgrundlage, nie aus dem Sprachmodell.Taxbox und Claude im Vergleich
Angaben zu Claude nach den öffentlichen Unterlagen von Anthropic, Stand Oktober 2026. Was wir nicht belegen können, steht nicht in der Tabelle.
| Kriterium | Taxbox | Claude |
|---|---|---|
| Verarbeitung der Klientendaten | Auf einem Rechner in Ihrer Kanzlei: Sprachmodell, Index und Datenbank im Haus, kein externer Modellzugriff. | In der Cloud des Anbieters. Ob Eingaben gespeichert oder zum Training genutzt werden, hängt von Tarif und Einstellungen ab. |
| Rechtslage zum Stichtag | Jede Norm als Zeitscheibe mit Geltungszeitraum. Eine Frage zu 2020 zitiert die 2020 geltende Fassung, Zitate außerhalb des Stichtags meldet der Prüfbericht als Fehler. | Kein Stichtagsbegriff: Antworten spiegeln den Trainingsstand oder eine Websuche. Fassungen verschiedener Jahre können sich mischen. |
| Belege | Jede Rechtsaussage trägt einen absatzgenauen Beleg auf einen vorliegenden Auszug aus RIS oder Findok. Ohne belastbare Quelle verweigert das System die Antwort. | Fundstellen sind nicht garantiert. Paragrafen, Randzahlen und Entscheidungen können erfunden sein, das Modell antwortet auch ohne Quelle. |
| Beträge | Tarif, Kleinunternehmergrenze, AfA und Fristen aus deterministischen, jahresversionierten Kalkulatoren mit Rechtsgrundlage und Rechenweg. | Arithmetik im Sprachmodell ohne Regelversion und ohne nachvollziehbaren Rechenweg. |
| Normenhierarchie | Gesetz, Rechtsprechung, Verwaltungsansicht (nicht bindend) und Literatur als getrennte Quellklassen, getrennt dargestellt. | Gesetz, BMF-Ansicht, Judikatur und Blogbeiträge fließen in einen Fließtext. |
| Quellenbasis | RIS, Findok, Judikatur von VwGH, VfGH, BFG und EuGH, MwStSystRL, 97 DBA. Rund 13.500 Quellen, keine Websuche. | Allgemeines Training plus optionale Websuche. Keine garantierte Abdeckung österreichischer Rechtsquellen. |
| Prüfung und Freigabe | Automatischer Prüfbericht je Entwurf, Vier-Augen-Freigabe, hash-verketteter Audit-Trail mit vollständiger Provenienz. | Chatverlauf. Kein Prüfbericht, keine Freigabe, kein Audit-Trail. |
| Ergebnisformat | Aktenvermerk-Entwurf mit Sachverhalt, Rechtsgrundlagen, Würdigung, Berechnung und Quellenliste. Export als PDF. | Freitext im Chat. |
| Preis | Lizenz je Kanzlei: 490 € (bis 5 Berufsberechtigte) oder 1.990 € (bis 25 Nutzer) pro Monat netto. Pilotprogramm 2026 ohne Lizenzkosten. | Abo je Nutzer und Monat laut Anbieter. Team- und Enterprise-Tarife. |
| Gebaut für | Steuerberatungskanzleien in Österreich. Entscheidungsunterstützung für Berufsberechtigte, keine Steuerberatung. | Alle Nutzer und alle Themen. Nicht für die Berufspflichten einer Kanzlei entworfen. |
- Lange Dokumente lesen und zusammenfassen
- Entwürfe von Texten ohne Klientenbezug
- Strukturieren von Argumenten
- Eine Rechtsfrage mit Steuerjahr und Akt, die als Aktenvermerk-Entwurf unterschrieben werden soll
- Betriebsprüfung, Beschwerde und vergangene Veranlagungsjahre, in denen die damalige Fassung zählt
- Beträge, Fristen und Grenzen, die mit Rechtsgrundlage und Rechenweg im Akt stehen müssen
- Klientendaten, die das Haus nicht verlassen dürfen
Von der Frage zum Aktenvermerk-Entwurf
Aufgezeichnet in der Kanzlei-Installation: Frage mit Steuerjahr, Recherche, Prüfbericht, Export. Die Wartezeit auf das Modell ist gerafft.
Was Kanzleien zu Claude und Taxbox fragen
Claude gilt als vorsichtig. Erfindet es trotzdem Paragrafen?
Jedes Sprachmodell kann Fundstellen erfinden, wenn die Quelle fehlt. Taxbox lässt das Modell nur aus vorliegenden Auszügen zitieren und blockiert unbekannte Belege im Prüfbericht.
Kann ich Claude mit eigenen Dokumenten füttern?
Ja, in der Cloud des Anbieters. Taxbox legt Klientendokumente verschlüsselt je Akt auf dem Rechner in der Kanzlei ab und gibt nur passende Abschnitte in die Recherche.
Was kostet Taxbox?
490 € netto pro Monat für bis zu fünf Berufsberechtigte, 1.990 € für bis zu 25 Nutzer, Verbünde auf Anfrage. Betrieb im eigenen Haus. Im Pilotprogramm bis Ende 2026 fallen keine Lizenz- und Supportkosten an, danach gilt dauerhaft 30 % Rabatt.
Kann ich Taxbox vorher testen?
Ja, ohne Anmeldung: drei Recherchen pro Tag in der öffentlichen Demo, mit fiktiven Sachverhalten. Stellen Sie dieselbe Frage für zwei Steuerjahre und vergleichen Sie, welche Fassung zitiert wird.